Hallo in den verschneiten Teil des Globuses!
Hier sitzen wir nun im klaustrophobisch kleinen und fensterlosen Kämmerlein des Hostels in Melbourne und rekapitulieren unsere Reise…
Nach eindrucksvollen Stadttagen in Sydney, folgten wir wieder dem “Ruf der Natur” und fuhren weiter gen Süden. Unser nächstes Ziel war das Kangaroovalley, wo es widererwarten keine Kängeruhs sondern viele putzige (Hanna würde sagen dümmliche) Wombats gab. Die gesamte Gegend hat uns sehr an schottisch / englische Landschaften erinnert. Es gab viele kleine Dörfer, europäische Kühe (Holsteiner
) und gelangweilte Dorfjugend die von hohen Brücken in den örtlichen Fluß sprangen. Geschlafen haben wir auf einem herrlich gelegenen Campingplatz direkt am Fluß.
Mit Zwischenstopp an der Küste sind wir runter bis nach Eden, dem südlichsten Ort in NSW gerauscht. Von dort ging es über äußerst verlassene Straßen durch Eukalyptuswälder an die Küste Victorias. Diese hat uns dank langer Strände und sternenklarer Nächte sehr gefallen. Im Gegensatz zur recht geschäftigen Ostküste ist es hier viel ruhiger und es gibt noch mehr unberührte Landschaft. Durch das kühlere Klima wirkt Australien in diesem Teil des Landes oft irgendwie europäisch.
Weiteres Highlight war der Wilsons Prom Nationalpark. Viele Wanderwege warten noch immer auf unsere Erkundung, denn weiter als bis zum unglaublich, traumhaften, großartigen, fabelhaften, phantastischen – der Australier würde “fuckin’ awesome” sagen – Strand sind wir nicht gekommen! Das Wasser war mit seinen 19 Grad bei 34 Grad Außenthemperatur verhältnismäßig kalt aber diese Abkühlung war es wert! Ganz zu schweigen vom samtweichen Sand und dem tollen Blick auf die Bucht, umranded von sanften Hügeln!
Die folgenden Tage verbrachten wir an der Great Ocean Road, westlich von Melbourne. Diese Straße schlängelt sich fast die gesamte Strecke direkt am Ozean entlang, dessen Blau man stundenlang bestaunen möchte. Während wir am ersten Tag jeden “lookout” mitnahmen, schreckten uns am 2ten Tag unglaubliche 43 Grad davon ab überhaupt das Auto zu verlassen. Leider wurde es auch der Klimaanlage zuviel und blies uns nur noch heiße Luft entgegen. Da freut man sich auf jedes (klimatisierte) Einkaufszentrum.
Doch leider war gestern unsere Reise mit dem Spaceship beendet und wir haben unseren vierrädrigen Freund in Melbourne abgegeben. Beim einfahren auf den Hof kamen uns erste Zweifel über die Richtigkeit der Adresse. Zwar stand dort ein Schild und auch andere Spaceships aber an Seriösität mangelte es diesem Ort auf jeden Fall. Ein zwielichter Autohändler verwies uns auf eine rote Tür in einer kleinen Gasse. Diese (aufgebrochene) Tür führte durch ein Klo, eine wackelige Treppe nach oben hinein in einen Raum der uns eher an ein zu kriegszeiten verlassenes Wohnzimmer erinnerte. Nur ein Faxgerät durchbrach diesen Gedanken. Ja es war das Büro – aber leider ohne Mitarbeiter. Dieser, so stellte sich herraus, hatte nicht vor an diesem Tag wieder zu kommen und so gab es eine telefonische Übergabe.
Jetzt genießen wir das urbane Melbourne und freuen uns über viele kleine Gassen mit charmanten Cafes und sehr guten Kaffee sowie die kostenlose Artgallery.
So Ihr Lieben, wir gehen dann mal schlafen. Euch noch viel Freude im Schnee und nicht zu kalte Füße!
Wünschen Euch Hanna & Martin